Rot ist seit jeher eine beliebte Farbe für Fahnen: Schwaderloh-Fahne, um 1450.
Rot ist die intensivste Farbe überhaupt. Die Primärfarbe leuchtet und springt ins Auge. Wer sie als Kleidungsstück oder als knalligen Lippenstift trägt, will in Erscheinung treten, wer ein rotes Auto fährt, wird nicht übersehen. An der Tour durch das Museumsdepot des Historischen Museums Thurgau vom Sonntag, 13. August 2023, setzen Kunsthistorikerin Christine Süry und Historiker Luca Stoppa rote Gegenstände in Szene und stellen klar, dass deren Farbgebung alles andere als Zufall ist.
Rot, die Farbe der Könige. Bis etwa ins Jahr 1800 war sie Adligen und Würdenträgern vorbehalten. Unter über 40’000 Objekten im Museumsdepot gibt es etliche Porträts, bei denen Künstler die Farbe gezielt einsetzten, um eine Botschaft zu vermitteln – sei es in der Form eines roten Umhangs, eines roten Handschuhs oder einer roten Rose.
Eine Farbe mit Signalwirkung
Energie, Dynamik oder Aggression. Keine andere Farbe löst mehr aus als Rot. Deshalb ist sie die Nummer eins auf Fahnen, wie beispielsweise auf dem Stadtbanner von Frauenfeld aus dem Jahr 1703, das die legendenhafte Gründerin der Stadt, das Fräuli mit em Läuli, im feuerroten Gewand zeigt. Rot ist aber auch eine politische Farbe. 1925 begann die Zeit des roten Arbons. Vertreter der Sozialdemokratischen Partei des Kantons Thurgau bestimmten die Geschicke der Stadt und setzten sich für bessere Bedingungen der zahlreichen Arbeiterinnen und Arbeiter ein.
Potpourri zur Thurgauer Geschichte
An der öffentlichen Führung treffen die Gäste auf Gemälde, Textilien, Keramik und Schmuck, die ein Stück Thurgauer Geschichte erzählen und gleichzeitig Träger der Farbe Rot sind. Aus dem Zwiegespräch zwischen Sammlungskuratorin Christine Süry und Kulturvermittler Luca Stoppa erfahren sie Details zur Machart, Bedeutung und Geschichte der Gegenstände.
Die Führung startet pünktlich um 14 Uhr im Sammlungsdepot des Historischen Museums Thurgau in Frauenfeld, die Personenzahl ist beschränkt. Eine Anmeldung ist zwingend und erfolgt über die Museumswebsite. Der Treffpunkt wird den angemeldeten Personen am 11. August 2023 via E-Mail mitgeteilt.
tg.ch