Informationsqualität im Fokus: Referat zur Halbierungsinitiative in Weinfelden

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Am vergangenen Mittwoch, 11. Februar, lud die Veranstaltungsreihe «Achtvoracht» der Mitte Weinfelden zu einem Informationsabend in das Gasthaus zum Trauben in Weinfelden ein. Im Zentrum stand die kommende Abstimmung zur sogenannten Halbierungsinitiative, über die am 8. März entschieden wird. Thomas Merz, Medienwissenschafter, hielt dazu ein Referat, das weit über die reine Abstimmungsvorlage hinausging und grundsätzliche Fragen zur Informationsqualität in einer Demokratie beleuchtete.

Zu Beginn betonte Thomas Merz die zentrale Bedeutung verlässlicher Information für das Funktionieren einer Demokratie. Bürgerinnen und Bürger seien darauf angewiesen, sich eine fundierte Meinung bilden zu können. Dabei werde ein grosser Teil unseres Wissens über Weltgeschehen, Wirtschaft, Politik, Umwelt primär über Medien vermittelt. Informationen würden eingeordnet, gewichtet und aufbereitet – ein Prozess, der sowohl Chancen als auch Risiken berge.

Thomas Merz ging in seinem Referat auf verschiedene Entwicklungen ein, die eine vertiefte Informationsleistung zunehmend erschweren. Ein Hauptproblem sei, dass seit Einführung des Internets ein taugliches Finanzierungsmodell für Qualitätsmedien fehle. Stichworte wie Filter Bubbles, Fake News, künstliche Intelligenz oder gezielte Verfälschungen von Inhalten prägen die heutige Medienlandschaft. Auch Begriffe wie «alternative Fakten» zeigten, wie sehr sich der öffentliche Diskurs verändert habe. Umso wichtiger sei es, transparente, unabhängige und qualitativ hochwertige Informationsquellen zu stärken.

Vor diesem Hintergrund schlug er den Bogen zur SRG SSR. Deren breiter Auftrag sei in der Bundesverfassung verankert. Die SRG habe die Aufgabe, die Bevölkerung mit Information, Kultur, Unterhaltung und Bildung zu versorgen – und dies in allen vier Landessprachen. Gerade in einem mehrsprachigen Land wie der Schweiz komme dem medialen Service public eine verbindende Rolle zu.

Im Zusammenhang mit der Halbierungsinitiative erläuterte er zudem Hintergründe, Ablauf und Zielsetzung der Vorlage. Dabei stellte er die Frage in den Raum, welche Auswirkungen eine Annahme der Initiative auf den medialen Auftrag und die Informationsvielfalt in der Schweiz hätte.

Im Anschluss an das Referat entwickelte sich eine angeregte Diskussion. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, unterschiedliche Perspektiven einzubringen und über die Bedeutung einer starken Informationskultur für die direkte Demokratie zu debattieren. Der Anlass zeigte deutlich: Die bevorstehende Abstimmung bewegt – und der Austausch darüber ist wichtiger denn je.

zVg

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