Nein zur Halbierungsinitiative – starke Medien für Demokratie und Kultur

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Die Halbierungsinitiative zur SRG wirkt auf den ersten Blick verlockend: weniger Gebühren, weniger Staat, mehr Markt. Tatsächlich würde sie jedoch einen zentralen Pfeiler unserer Demokratie und Kultur empfindlich schwächen.

Die SRG erfüllt einen verfassungsmässigen Auftrag: Sie liefert Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung in allen vier Sprachregionen. In einem kleinen, mehrsprachigen Land wie der Schweiz ist das keine Selbstverständlichkeit. Ein rein marktwirtschaftlicher Medienmarkt würde sich auf rentable Inhalte und Ballungsräume konzentrieren – Minderheiten, Randregionen und sprachliche Vielfalt gerieten unter Druck.

Besonders betroffen wäre die Kultur- und Musikszene. SRF bietet jungen Künstlerinnen und Künstlern sowie kleineren Veranstaltungen eine Bühne und Reichweite, die sonst kaum erreichbar wären. Wer am Anfang seiner Karriere steht oder Formate organisiert, die noch nicht selbsttragend sind, ist auf diese Plattformen angewiesen. Eine Halbierung der Mittel würde diese Angebote massiv einschränken und die Förderung junger Schweizer Talente gefährden.

Private Medien können diese Lücke nicht füllen: Der Werbemarkt schrumpft, viele Redaktionen wurden verkleinert. In dieser Situation eine tragende Säule zusätzlich zu schwächen, wäre riskant. Die SRG trägt entscheidend zur medialen Grundversorgung und zur Stabilität des gesamten Systems bei.

Zudem stärkt sie den nationalen Zusammenhalt. Gemeinsame Informationsräume sind unverzichtbar für unsere direkte Demokratie. Abstimmungen und Wahlen funktionieren nur, wenn Bürgerinnen und Bürger breit informiert sind – in Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

Eine Halbierung ist kein Neustart, sondern ein riskanter Kahlschlag mit irreversiblen Folgen für Randregionen, Sprachminderheiten und die Kulturförderung. Reformen und Effizienzsteigerungen sind notwendig, müssen aber gezielt und verantwortungsvoll umgesetzt werden. Dieser Prozess ist bereits im Gang. Wer Medienvielfalt, Kulturförderung und demokratische Stabilität sichern will, sagt Nein zur Halbierungsinitiative.

Patrick Siegenthaler, Kantonsrat Die Mitte

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