Grafik «Gewässerraum- und Interventionslinie im Bereich Exerzierplatz in Weinfelden».
Nach langjährigen Einspracheverhandlungen ist ein wichtiger Schritt gelungen: Das Hochwasserschutzprojekt an der Thur zwischen Weinfelden und Bürglen – bekannt als Bauprojekt 2014 – kann weiterverfolgt werden. Die Projektverantwortlichen haben sich mit den Einsprechenden über den Gewässerraum geeinigt.
Zentraler Streitpunkt war die Festlegung der Gewässerraumlinie beim Exerzierplatz in Weinfelden. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft, der Umweltverbände und des Kantons konnte die genaue Lage dieser Linie nun festgelegt werden. Die Einigungslösung gewährleistet einen schonenden Umgang mit den landwirtschaftlichen Flächen und berücksichtigt dabei die minimalen Anforderungen an die Gewässerraumfestlegung. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die Weiterverfolgung des sogenannten «Bauprojekts 2014 Weinfelden–Bürglen» erreicht.
Verbindliche Gewässerraumlinien
Die Planungsarbeiten für den Hochwasserschutz zwischen Bürglen und Weinfelden begannen bereits 2002 mit ersten Varianten- und Machbarkeitsstudien. 2010 stellte der Kanton das Projekt «Bürglerau» vor, das 2011 öffentlich aufgelegt wurde. Aufgrund mehrerer Rechtsverfahren wurde dieses jedoch wieder zurückgezogen. 2014 folgte ein überarbeitetes Projekt unter dem Titel «Bauprojekt 2014», das noch im selben Jahr vom Grossen Rat mit einem Kredit von 27.78 Millionen Franken genehmigt wurde. Aufgrund zahlreicher Einsprachen kam es jedoch zu Verzögerungen. Im Jahr 2018 entschied das Verwaltungsgericht, dass das Projekt nur in Koordination mit der Festlegung des Gewässerraums weitergeführt werden darf. Die betroffene Stadt Weinfelden sowie die betroffenen Gemeinden Bürglen und Bussnang mussten daraufhin verbindliche Gewässerraumlinien definieren. Dagegen wurden mehrere Einsprachen erhoben. Unter der Federführung von Regierungsrat Dominik Diezi ist es nun gelungen, mit sämtlichen Einsprechenden eine Einigung über den Verlauf der Gewässerraumlinien im Bereich des Exerzierplatzes zu erzielen.
Robuster Hochwasserschutz für betroffene Bevölkerung
Mit der Umsetzung des «Bauprojekt 2014» wird ein robustes Schutzsystem und eine deutliche Verringerung des Hochwasserrisikos für die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Weinfelden sowie der Gemeinden Bürglen und Bussnang erreicht. Gleichzeitig sorgt der Kanton für ein ökologisches Gleichgewicht dank Revitalisierungsmassnahmen entlang des Flusses. Abgestimmt auf die Gewässerraumgrenze verläuft nun auch die Interventionslinie. Die landwirtschaftlichen Flächen ausserhalb der Interventionslinie werden – wenn es nötig wird – durch harte Verbauungen vor der Erosion geschützt. Da die Flächen aber innerhalb der Dämme liegen, werden sie schon bei kleineren Thur-Hochwassern überschwemmt.
Nächste Schritte bis zum Baustart
Nebst den Einsprachen gegen die Gewässerraumlinien sind weiterhin Einsprachen gegen das «Bauprojekt 2014» hängig. Ein Teil dieser Einsprachen wird aufgrund der kürzlich erzielten Einigung zu den Gewässerraumlinien von den Einsprechenden zurückgenommen. Die verbleibenden Einsprachen stammen von Pächterinnen und Pächtern, deren Pachtverträge planmässig Ende 2026 auslaufen. Diese Einsprachen verlieren spätestens zu diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit. Das Departement für Bau und Umwelt (DBU) wird in den kommenden Monaten mit den betroffenen Pächterinnen und Pächtern Gespräche führen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Der Baustart ist voraussichtlich für 2028 geplant.
tg.ch















