Soldat sein – Christ sein Sebastian – der Heilige des Monats Januar

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Sebastian – dieser Name hat es noch nie auf die TOP DREIder Namen für Jungs geschafft. Eigentlich schade, denn der Mann, den wir als Namenspatron verehren, war in seiner Zeit eine herausragende Persönlichkeit. 

 

Seine Vita: 

Der Heilige Sebastian feiert am 20. Januar Namenstag, deshalb möchten wir Ihnen Sebastian, den Märtyrer, näher vorstellen.

Er ist ein frühchristlicher Märtyrer, dessen genaue Lebensdaten nicht eindeutig historisch belegt sind, doch sein Kult geht bis ins 4. Jahrhundert zurück. Laut der frühesten Überlieferung – der «Passio Sancti Sebastiani» (400 n. Chr.) – wurde er um das Jahr 256 n. Chr. in Narbonne (heutiges Südfrankreich) geboren, wuchs aber vermutlich in Mailand auf.

Sebastian war ein junger, starker Mann und Christ. Er lebte seinen Glauben jedoch zunächst im Verborgenen. Er trat dann in den Dienst der römischen Armee und stieg unter Kaiser Diokletian als Offizier in der kaiserlichen Leibgarde auf. Seine hohe Stellung nutzte er, um verfolgten Christen heimlich beizustehen, sie zu besuchen und zu trösten – darunter auch die späteren Märtyrer Marcus und Marcellianus.

Als seine christliche Gesinnung ans Licht kam, wurde Sebastian verhaftet. Diokletian, der Christen als Staatsfeinde betrachtete, liess ihn wegen seines Glaubens von Bogenschützen exekutieren. Die Schützen durchbohrten seinen nackten Leib mit Pfeilen, um ihn so zu demütigen und umzubringen. Doch laut Legende überlebte er schwer verletzt – die Christin Irene von Rom pflegte ihn gesund.

Statt zu fliehen, stellte sich Sebastian mutig und tapfer erneut dem Kaiser. Er warf Kaiser Diokletian dessen grausame Christenverfolgung öffentlich vor. Daraufhin liess der Kaiser ihn zu Tode prügeln und seinen Leichnam in den Abwasserkanal der Stadt Rom (Cloaca Maxima) werfen, um eine christliche Bestattung zu verhindern. Doch Christen fanden seinen Körper und bestatteten ihn voller Trauer, aber auch gestärkt im Glauben an der Via Appia – einer der grossen Ausfallstrassen der Stadt Rom.

 Sebastians Grab befindet sich heute in der Basilika San Sebastiano fuori le mura (Sankt Sebastian vor den Mauern) in Rom. Sie gehört zu den sieben Hauptpilgerkirchen Roms. Über seinem Grab wurde die Basilika im 4. Jahrhundert errichtet. Sebastians grosse Verehrung ist dort seit dem Frühmittelalter belegt.

 

Tradition: 

Seit dem Mittelalter wird der heilige Sebastian als “Pestheiliger” verehrt. Als der sogenannte “Schwarze Tod” ganze Landstriche entvölkerte, vertrauen sich die Gläubigenvor allem in Süddeutschland und Österreich dem hl. Sebastian an. Und in den Ortsberichten wird immer wiedervon erstaunlichen Wendungen in der damaligen Pandemie berichtet. Das kleine Dorf, aus dem ich komme, wurde durch die Pest so gebeutelt, dass 90% der damaligen Einwohner starben. Die Überlebenden gelobten, wenn die Seuche aufhört, dass Jahr für Jahr die Sebastiansoktav (acht Tage mit einer täglichen Andacht) gebetet wird – und keine Fasnachtsveranstaltung stattfindet. Dieser Brauch wird bis heute gepflegt. 

Heute: 

Pandemien gibt es bis heute – aber mir persönlich ist der Mann Sebastian immer wichtiger geworden. Denn, da ist einer ein hochangesehener Soldat, jung und schön. Die Herzen fliegen ihm zu. Der Kaiser beruft ihn in die Garde der Prätorianer. Mehr kann ein Soldat nicht erstreben. Sebastian aber verliert seinen Glauben an diesen Jesus Christus nicht – und er steht für dessen Botschaft eines friedlichen Miteinanders über Kulturen und er hätte sich geschämt, beispielsweise bei der ICE mitzumachen. Dafür ist er in den Tod gegangen. Für mich ein Vorbild von persönlichemWiderstand gegenüber menschenfeindlichen Machthabern. 

Thurgau

In Buch bei Frauenfeld gibt es eine Sebastianskapelle. Dieses Kleinod ist ein Besuch wert.
Die Katholische Kirche St. Sebastian in Herdern ist dem heiligen Sebastian geweiht und wurde 1716 – 1721 vermutlich von Caspar Moosbrugger erbaut.

Sebastianskapelle Buch: Sebastianskapelle Buch, Katholische Kirchgemeinde FrauenfeldPLUS

 

Dr. Armin Ruf, Gemeindeleiter der Pfarrei St. Johannes, Weinfelden

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