Die Sozialhilfequote im Kanton Thurgau ging auch im Jahr 2023 weiter zurück. Die Bruttoausgaben für Sozialhilfe stiegen dagegen erstmals wieder an. Dies geht aus der Publikation «Sozialhilfe der Politischen Gemeinden 2023» hervor, die von der Thurgauer Dienststelle für Statistik soeben veröffentlicht wurde.
2023 bezogen im Kanton Thurgau erneut weniger Personen finanzielle Leistungen aus der Sozialhilfe. Die Zahl der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger ist bereits seit einigen Jahren rückläufig, was unter anderem der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt zu verdanken sein dürfte. 2023 bezogen 3’132 Personen mindestens einmal im Laufe des Jahres finanzielle Leistungen aus der Sozialhilfe.
Die Sozialhilfequote – das ist der Anteil der unterstützten Personen an der Wohnbevölkerung – sank 2023 auf 1.1 % (2022: 1.2 %) und erreichte damit den tiefsten Wert seit Beginn der Sozialhilfestatistik 2005. Im Vergleich zu den anderen Kantonen ist die Sozialhilfequote im Thurgau tief. Von den Thurgauer Gemeinden war die Sozialhilfequote in Arbon (2.4 %) am höchsten, gefolgt von Romanshorn (2.3 %) und Frauenfeld (2.0 %). In kleineren Gemeinden ist die Sozialhilfequote oft tiefer als in grösseren.
Die Brutto-Sozialhilfeausgaben stiegen erstmals wieder an
Die Brutto-Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden – das heisst die insgesamt im Rechnungsjahr ausbezahlten Unterstützungsleistungen – stiegen von 74.6 Millionen Franken im Jahr 2022 auf 78.1 Millionen Franken im Jahr 2023 (+4.7 %). Das ist die erste Zunahme seit 2016. Sie dürfte mit den zunehmend komplexeren Sozialhilfefällen zusammenhängen. Netto – das heisst abzüglich Rückerstattungen durch ehemalige Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger und von bevorschussten Leistungen – gingen die Ausgaben dagegen etwas zurück. Insgesamt wendeten die Thurgauer Gemeinden netto 25.2 Millionen Franken für Sozialhilfe auf (2022: 25.4 Millionen Franken). Im Verhältnis zur Einwohnerzahl waren es im Schnitt 86 Franken (2022: 88 Franken).
Leistungen für Personen mit Schutzstatus S
Zusätzlich zu den Bruttoausgaben von 78.1 Millionen Franken wendeten die Thurgauer Gemeinden brutto 21.9 Millionen Franken für Sozialhilfeleistungen an Personen mit Schutzstatus S auf. Mit Staatsbeiträgen und Rückerstattungen erzielten die Gemeinden netto einen Überschuss von insgesamt 9.4 Millionen Franken. Zu beachten ist, dass Staatsbeiträge und Rückerstattungen teilweise zeitverzögert in die Gemeinderechnung einfliessen.
Die Publikation «Sozialhilfe der Politischen Gemeinden 2023» mit Details und weiteren Analysen kann unter www.statistik.tg.ch heruntergeladen werden.
Sozialhilfe der Politischen Gemeinden 2023.pdf [pdf, 2.9 MB]